Mobilitätsbudget

Zwei Drittel der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind gewerblich, wobei der Anteil an Dienstwagen dabei auf rund 20 Prozent geschätzt wird . Ein wichtiger Grund für die große Bedeutung von Dienstwagen in Deutschland sind die damit verbundenen steuerlichen Vorteile. In der Debatte um nachhaltigere Unternehmensmobilität ist in den letzten Jahren aber auch immer häufiger eine neue Option in der Diskussion: das Mobilitätsbudget. Im compan-e-Projekt wird das Mobilitätsbudget als Ergänzung und Ersatz des Dienstwagens in den Fokus genommen.

Gerade in den letzten Jahren zeigt sich international eine steigende Popularität des Mobilitätsbudgets als Ergänzung oder Alternative zur Dienstwagennutzung. Auch in Deutschland nimmt das Mobilitätsbudget langsam an Fahrt auf. Umso überraschender ist es, dass bislang keine allgemeingültige deutsche Konzeptualisierung des Mobilitätsbudgets mit klaren Vorgaben zum Umfang und zur Ausrichtung des darunter zu fassenden Mobilitätsangebots vorliegt. Wir schlagen dahingehend die folgende Arbeits-Definition für Mobilitätsbudgets vor, die auf Basis von Expert:innen-Gespräche mit Software-Anbietern, Unternehmen und Interessensverbänden entstanden ist:

Ein Mobilitätsbudget ist ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter, vorab festgelegter Betrag, welcher von dazu berechtigten Arbeitnehmer:innen für die Nutzung unterschiedlicher Mobilitätsangebote verwendet werden kann. Der Betrag kann dabei monetär, aber auch als CO2– oder Kilometer-Budget konzipiert sein und wird oft monatlich bereitgestellt. Für welche Verkehrsmittel das Mobilitätsbudget genutzt werden kann und in welchem Rahmen private Fahrten zulässig sind, entscheidet das Unternehmen. Individuelle Unterschiede in den Berechtigungen und dem Umfang des Mobilitätsbudgets sind innerhalb eines Unternehmens ebenfalls möglich. Unter den für sie zulässigen Verkehrsmitteln können berechtigte Mitarbeiter:innen dann frei wählen. Ein Mobilitätsbudget kann als Ergänzung, aber auch als Alternative zum Dienstwagen umgesetzt werden.

Eine einheitliche Definition des Mobilitätsbudgets wie beispielsweise die Vorangehende ermöglicht es insbesondere, den Diskurs zu fokussieren und ihm eine möglichst neutrale Ausgangsbasis für Richtungsentscheidungen wie etwa die aktuellen steuerlichen Fragen zu bieten.

Für eine Skalierung des Mobilitätsbudgets in Deutschland sowie eine Ausschöpfung des Nachhaltigkeitspotenzials sind Unternehmen, Beschäftigte und Politik gleichermaßen gefragt. Für evidenzbasierte Richtungsentscheidungen dieser Akteure ist unabhängige, praxisnahe Forschung zentral. Hierfür besteht zunächst der Bedarf einer wissenschaftlichen Schärfung des Konzepts.

Als erster Schritt in Richtung dieser inhaltlichen Schärfung des Mobilitätsbudgets wird im Rahmen von compan-e ein umfassendes Thesenpapier erarbeitet. Der Fokus des Papiers liegt auf einer Darstellung des Status quo zum Mobilitätsbudget mit Blick auf Akzeptanzfragen, Nachhaltigkeitseffekte, steuerliche Rahmenbedingungen sowie Umsetzungskonzepte. Ergänzt durch einen internationalen Ausblick werden anschließend Reformierungsbedarfe und erste Ansatzpunkte für Entwicklungsperspektiven dargestellt.

Das Thesenpapier finden Sie zeitnah auf dieser Seite sowie im compan-e-Newsletter.

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